Schützen Betonstopper wirklich vor Terroranschlägen oder beruhigen sie nur?

Wir alle kennen die Poller und Absperrungen, die vor Gebäuden zu finden sind und haben uns vielleicht manchmal die Frage gestellt, ob im Falle eines Terrorangriffs hier wirklich ausreichend Schutz gegeben ist.

Öffentliche Plätze wie Fußgängerzonen sowie Weihnachts- und Jahrmärkte werden in der Zwischenzeit durch schwere Betonsteine geschützt, die Vorkommnisse wie den Terroranschlag im Dezember 2016 auf den Berliner Weihnachtsmarkt verhindern sollen.

Ist hier ein vergleichbarer Schutz zu Pollern und Zäunen gegeben?

Bild 1: Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 ©Andreas Trojak
Bild 2: Betonsteine zum Schutz von Passanten ©Andreas Trojak

Die Frage ist einfach zu beantworten.
Was wiegt so ein einzelner Betonstopper? Je nach Größe vielleicht 0,5 – 2 Tonnen. Dies ist aber sehr wenig im Vergleich zu einem Fahrzeug gleicher Masse, das mit 80 km/h auf einen einzelnen Betonstopper prallt. Hierzu sind Überlegungen zum Impulserhaltungssatz aus der Schulphysik und die Grundlagen von Haft- und Gleitreibung ausreichend.

Auch mit hoher Geschwindigkeit umherrutschende Betonklötze haben ein erhebliches Zerstörungspotential. Von der Schrapnell-Wirkung der Betontrümmer ganz zu schweigen.
Da vielleicht Städteplaner mit diesen Ansätzen überfordert sind: Beim Billiard oder beim Curling wird die Physik ziemlich einleuchtend.

Es handelt sich bei Betonstoppern also eher um einen psychologischen Schutz, der die Hemmschwelle des Attentäters heraufsetzt und die Passanten beruhigt.

Erst die Verankerung mit dem Untergrund bringt wesentliche Vorteile, um die Energien eines PKWs oder gar eines LKWs aufzunehmen und umzulenken.

Für unseren Kunden, die Perimeter Protection Group, vormals Elkosta, untersuchen wir solche oder ähnliche Aufgabenstellungen. Nähere Informationen finden Sie unter www.perimeterprotection.net

Ob Gitterzäune, Tore, Poller oder sogenannte Wedge Barriers, Versuche dazu sind sehr aufwendig und kosten viel Zeit und Geld.
Ein Problem bleibt oft: Baustatiker und Prüfstatiker können die Dynamik mit statischen Ansätzen nicht vernünftig bewerten und arbeiten hier mit Ersatzkräften und Anpassungsfaktoren, die streng genommen beliebig gewählt werden können.

Schauen wir uns anhand des folgenden Videos die Testversuche an Wedge Barriers in den USA und analog dazu eine Simulation aus dem Jahr 2008 an:

Video 1: Crashtest Wedge Barrier

Video 2: Simulation Crashtest Wedge Barrier

Ich kann Ihnen verraten, die Simulation ist weitaus billiger und schneller als der physische Test und ist genau genug, um die Festigkeit zu bestätigen oder auch zu widerlegen.

Da wir die Physik hinreichend genau abbilden, müssen wir uns auch keine Korrekturfaktoren aus dem Ärmel schütteln und ich bin mir sicher, dass auch die Zulassung des rechnerischen Nachweises über FEM bei den prüfenden Behörden irgendwann keine Frage mehr ist.

Schließlich hat uns die Automobilindustrie gezeigt, dass es möglich ist, die Schwachstellen schon im Vorfeld anhand der Simulation aufzuzeigen und zu optimieren. Der abschließende Nachweis ist auch hier oft der Versuch. Aber es ist ein Unterschied, ob nur wenige Versuche notwendig sind, die dann im Regelfall bestanden sind, oder ob man anhand des Tests herausfinden muss, welches Bauteile gerade versagen.

Auch wenn Sie keine Gebäude schützen müssen, vielleicht haben Sie ähnliche Themen, bei denen wir auch Ihnen helfen können, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare und Fragen.
Vereinbaren Sie gerne einen unverbindlichen Termin.
Ich oder einer meiner Mitarbeiter rufen Sie gerne an.

Ihr Stefan Merkle

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